Auch das Pfandrecht gibt dem Gläubiger keine Blankovollmacht. Gemäß den allgemeinen Bestimmungen nach § 254 Abs. 2 BGB Schadensminderungspflicht hat er Grundpflichten zu beachten. Verletzt der Gläubiger diese Pflichten, so kann dies wie ein Mitverschulden gewertet werden. Unter anderem ist der geschädigte Spediteur dazu verpflichtet, nach Möglichkeit einen Schaden abzuwenden und den Schaden so weit wie möglich zu mindern. Nach Rechtsprechung bedeutet dies, dass er sich darum bemühen muss, die Voraussetzungen für eine alsbaldige Verwertung zu schaffen. Eine zeitnahe Umsetzung der Verwertung ist unter dem Aspekt des Wertverlustes der zur Versteigerung anstehenden Gegenstände, deshalb zu empfehlen.


Nachdem der Gesetzgeber erhebliche Kostenreduzierung durch Anwendung § 464 HGB Pfandrecht des Spediteurs bei der Forderungsrealisierung ermöglicht, teilen auch wir die Rechtsauffassung, dass es zu den Schadensminderungs-obliegenheiten des Spediteurs zählt, gemäß § 254 BGB, vor allen anderen Rechtsschritten diese zunächst nach Speditionspfandrecht zu veranlassen.